Alfonsina Storni (1892–1938), geboren in Sala Capriasca TI, kam mit vier Jahren nach Argentinien und lebte von 1912 bis zu ihrem Freitod 1938 in Buenos Aires. Sie ist eine der wichtigsten Künstlerinnen Argentiniens vor dem Zweiten Weltkrieg und eine der eigenwilligsten Stimmen der lateinamerikanischen Literatur des 20. Jahrhunderts. Ihr Werk ist von Mythen über Leben und Tod überwachsen, die sich erstaunlich hartnäckig halten.

Ich bin überzeugt, dass nur Leserinnen und Leser einen neuen Zugang zu ihrem Werk schaffen können. Deshalb mache ich in der Edition Maulhelden Stornis Werk in seiner ganzen Breite und Vielfalt auf Deutsch zugänglich. Hinter der Lyrikerin und vielbesungenen Selbstmörderin kann man ab Dezember 2020 die Erzählerin, Literaturkritikerin, Essayistin, Briefschreiberin, Autorin für Kindertheater und Theaterregisseurin entdecken. Storni war eine Vollblut-Experimentatorin. Kurz vor ihrem Tod sagte sie über sich selbst:

Es ist bedeutungslos, (…) ob Gott in mir – wie in jedem Künstler – eine Vorstadtfiliale eingerichtet hat. Tatsache ist, dass sich die Leidenschaft für das geschriebene Wort bereits in der Morgendämmerung meines Lebens in mir regte – in anderen erwacht sie später, jedoch nicht weniger drängend.

Storni ist die berühmteste Schweizer Schriftstellerin, die in einer Nicht-Landessprache schrieb.

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